Rede von Bernhard Wachter zum 25jährigen Jubiläum

 

Sehr geehrter Vorstand,

liebe Mitglieder, Freunde und Helfer der KI,

 

ich freue mich sehr, heute Abend anlässlich der Feier des 25jährigen Bestehens unserer KI hier im altehrwürdigen Kolpinghaus sein zu können. [...]

 

Meine innere Vorbereitung auf den heutigen Abend begann mit dem kleinen 1x1. Wenn ich vom Tag der Gründungsversammlung der KI am 26. Mai 1993 – seitdem existiert die KI als eingetragener Verein – 25 Jahre weiterrechne, lande ich im Jahr 2018. Aber die klugen Köpfe rechnen anders. Die Schockstarre nach dem verlorenen Wahlklampf dauerte nur eine kurze Zeit. Dann machte sich mein Unterstützerteam auf, die Grundlagen dafür zu schaffen, dass in der Stadt neue Zeichen gesetzt werden.Die Wurzeln der KI liegen also eindeutig im Jahr 1992 – die Küche brauchte deshalb heute auch nicht kalt bleiben.

 

Damit wären wir schon beim Heute angekommen. Der bewegte und auch bewegende Rückblick

im Kreisboten – den Redakteur sollte sich die KI bedarf keiner Wiederholung oder weiteren Vertiefung. Eine Beschreibung und Bewertung einiger Besonderheiten der KI sollte bei einem Jubiläum aber nicht fehlen.

 

Die erste Idee, initiiiert von unserem leider längst verstorbenen Freund Winni Schwangart, war die Gründung eines kulturellen Vereins, von dem neue Impulse für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Kaufbeuren ausgehen sollten. Das lag vermutlich daran, dass die Wahlhelfer weitgehend unpolitisch dachten und sich nach dem „Abenteuer 92“ nicht so recht vorstellen konnten, in die Kommunalpolitik einzutauchen. Wenn man aber die auch den Wahlkampf bestimmenden Themen und Ideen sichern wollte, reichte die kulturelle Komponente nicht aus.

 

Ich kann mich noch gut an Theas Anruf in Mechernich in den ersten Novembertagen 1992 erinnern. Sie hatte sich immer noch nicht richtig gefasst und mich gefragt, ob man denn „gar nichts mehr machen kann“. Das war das erste Signal für den vorhandenen Willen zum Weitermachen nach dem Motto „jetzt erst recht“. Weitere Signale in dieser Richtung führten dann zu der Entscheidung, einen Verein mit den Zielen zu gründen, die auch in der Satzung verankert sind:

– Kommunalpolitische Mitwirkung als Mitwirkung an der kommunalen Selbstverwaltung und

– kulturelles und soziales Engagement.

Auch die politischen Leitlinien der KI heben sich in 2 Punkten von denen der anderen politischen Wettbewerber ab. Der KI ging es von Anfang an besonders darum,

– die Bürger für kommunalpolitische Vorgänge zu sensibilisieren und

– die Mitwirkung und Mitverantwortung der Bürger zu stärken.

Damit kann die KI in doppelter Hinsicht  Alleinstellungsmerkmale – auch über Kaufbeuren hinaus – beanspruchen.

Aber: Die KI musste erst einmal ins politische Geschäft kommen. Wie, wenn man diesbezüglich noch ziemlich unbeleckt war?

Ich habe damals Info- und Schulungsmaterial besorgt – bei der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU, einer Art „befreundetem Verein“.

In der KI wurden vier Arbeitskreise gebildet, die sich in elementare Themenbereiche einarbeiteten und sich in die Struktur und Arbeitsweise des Rates und der Ausschüsse  vertieften, alles mit Blick auf das Jahr 1996 – die erste Teilnahme an einer Kommunalwahl.

Die Ergebnisse auch der nachfolgenden Wahlen auf Stadtebene sind bekannt. Die KI hatte die erste Nagelprobe bravourös bestanden und in der Folgezeit das erreichte Niveau verstetigt.

Die „alten Hasen“,  die von Anfang an dabei sind, kennen das alles. Die Reminiszenz gilt denen, die später den Weg zur KI gefunden haben und sich vielleicht noch orientieren müssen.

In nur zwei Jahren von 0 auf 100 – das nenne ich eine reife Leistung! Dass sich die KI im politischen, gesellschaftlichen und sozialen Leben der Stadt fest etabliert hat, ist der Entschlossenhweit und Zielstrebigkeit der Frauen und Männer der ersten Stunden zu verdanken und darf heute durchaus mit einem anerkennenden Applaus gewürdigt werden. ---

 

Dass die Ki schon vor ihrer Vereinsgründung kulturell und sozial in Erscheinung getreten ist, beweist die Lebende Krippe, die erstmals vor dem Weihnachtsfest 1992 inszeniert wurde – und in zwei Wochen bereits zum 26. Mal stattfinden wird.

Die KI lässt auch kein „Lagerleben“ aus, um sich öffentlich in einem sehr ansprechenden Erscheinungsbild zu präsentieren.

Und Einzelaktionen wie etwa die Durchführung des Benefiz-Turniers Hockey for Hope setzen Schlaglichter, die der KI Sympathiepunkte bringen.

 

Sehr gelungen finde ich den Einsatz der KI für die Initiative zur Instandsetzung des Fünfknopfturms - neben der konsequenten Verwendung der Stadtfarben ein weiteres Zeichen für die starke Identifizierung der KI mit der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern, für die die KI arbeitert.

 

Wenn man die Entwicklung der KI von 1992 bis 2017 betrachtet und in ihrer Bedeutung für die Stadt Kaufbeuren gewichtet, darf man feststellen:

Die KI ist nicht Geschichte. Die KI hat eine Geschichte, die als erfolgreich bewertet werden kann und die nach einer Fortsetzung verlangt. Bei der 20-Jahr-Feier im Stadtsaal habe ich festgestellt und m. E. auch überzeugend begründet, dass die KI der Stadt nicht nur gut tut, sondern für die Stadt unverzichtbar ist. Vernehmt daraus bitte Euren Auftrag für die nächsten 25 Jahre.

 

Eine gute Zukunft setzt den Einsatzwillen möglichst aller Mitglieder – egal an welchem Platz – voraus. Es sind viele Köpfe und Hände erforderlich, damit das Werk gelingt.

 

Mit der Zielsetzung, die Mitwirkung und Mitverantwortung der Bürger zu stärken, hat die KI viel Ehrgeiz gezeigt. Wenn ich bedenke, dass Bund, Länder und Kommunen noch heute dabei sind, Bürgerbeteiligungsmodelle zu erproben, die über eine lediglich passiv konsumierende Einbeziehung in Planungs- und Entscheidungsprozesse hinausgehen, ist die KI der Zeit deutlich voraus. Vielleicht lohnt es sich, an der Schwelle vom ersten zum zweiten Vierteljahrhundert nachzuvollziehen, wie nahe man den ursprünglich gesetzten Zielen gekommen ist, um daraus Konsequenzen für die weitere Arbeit abzuleiten.

 

Während Bundes- und Landespolitiker offenbar über einer undurchdringlich scheinenden Dauernebelschicht thronen und nicht mehr wissen, dass darunter Menschen leben, um deren Lebensqualität sie sich kümmern sollten, sind die Mandatsträger auf kommunaler Ebene so nah an der Bevölkerung, dass sie nur darauf zugehen müssen. Es gilt unbedingt: Das ideelle und materielle Wohl der Menschen ist der Maßstab allen politischen Handelns!

Zentrale Aspekte sind dabei gesunde und menschenwürdige Wohn- und Arbeitsbedingungen, qualitativ gute Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, eine leistungsfähige Infrastruktur und funktionstüchtige Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Diesen Bereichen muss das politische Hauptaugenmerk gelten. Wenn und solange die KI dies beherzigt und ihr Handeln danach ausrichtet, wird sie erfolgreich bleiben und bestehen.

 

Ich möchte die Gelegenheit des heutigen Abends noch einmal nutzen, um ganz herzlich allen in der KI zu danken, die in den vergangenen 25 Jahren an den verschiedensten Stellen – ob im politischen Bereich, auf kultureller Ebene oder im sozialen Umfeld oder auch „backstage“ - aktiv daran mitgewirkt haben, dass die KI sich nachhaltig in den Köpfen und Herzen der Bürgerinnen und Bürger Kaufbeurens festsetzen konnte.

Die anderen möchte ich bitten, ihre bisherige Zurückhaltung abzulegen und mit ihrem Einsatz diejenigen zu entlasten, die bisher quasi im Dauereinsatz waren. Damit könnte der möglichen Entstehung von Frust rechtzeitig begegnet werden.

 

Denkt bitte auch daran, zur rechten Zeit politischen Nachwuchs aufzubauen, wofür Menschen, falls es sich nicht um „fertige Naturtalente“ handelt, erst gewonnen und präpariert werden müssen.

 

Das sind die Gedanken, die mich bewegen, wenn ich mich mit der KI befasse. Jetzt bin ich sie erst mal los. Das musste sein. Danke, dass ihr mir so lange zugehört habt!

 

Die KI will das Beste für die Stadt, deshalb ist die KI selbst auch das Beste für die Stadt.

 

Alles Gute und viel Spaß und Erfolg für die kommenden Jahre!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebende Krippe

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